Der vollständige Check zu den 8 Anzeichen, mit Ergebnis in 2 Minuten.
Morgens geht ohne Kaffee nichts, um 14 Uhr ist die Luft raus und um 23 Uhr bist du trotzdem hellwach. Hinter diesen Anzeichen steckt meistens derselbe Grund, und der hat mit Disziplin nichts zu tun. Deine innere Uhr läuft dem Alltag hinterher. Zehn kurze Fragen und vier Uhrzeiten zeigen dir, wie weit.
Welche Signale bekommt deine innere Uhr?
Deine innere Uhr stellt sich jeden Tag neu, nach den Signalen, die sie bekommt. Die zehn Fragen zeigen dir, welche Signale bei dir ankommen.
Wann siehst du morgens zum ersten Mal Tageslicht, draußen, nicht durchs Fenster?
Wie hell ist es bei dir in der letzten Stunde vor dem Bett?
Wann trinkst du den letzten Kaffee, Energydrink oder schwarzen Tee?
Wie viele Stunden liegen zwischen deiner letzten großen Mahlzeit und dem Einschlafen?
Wo liegt dein Handy, wenn du im Bett bist?
Wie fühlst du dich in den ersten 20 Minuten nach dem Aufstehen?
Schläfst du tagsüber?
Wie läuft deine letzte Stunde vor dem Bett?
Wie oft bist du tagsüber richtig wach, ohne Kaffee?
Was passiert in deinem Bett außer Schlafen?
Wann schläfst du, wenn niemand weckt?
Noch vier Uhrzeiten, dann siehst du dein Ergebnis. Gerechnet wird wie im Münchner Chronotyp-Fragebogen, mit dem seit 2003 über 300.000 Menschen erfasst wurden.
Noch 12 Angaben offen
Womit du anfangen würdest
Im Deck steht zu jedem Thema eine Karte. Vorne das Problem und was im Körper passiert, hinten die Mikrohacks, nach Wirkung sortiert. Für dein Ergebnis wären das diese drei.
Ein Schritt für heute Abend, ohne Deck
Warum Essen dazugehört
Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse haben eigene Uhren. Sie richten sich nicht nach Licht, sondern nach der ersten und der letzten Mahlzeit. Spätes Essen stellt diese Uhren nach hinten, während die Uhr im Gehirn stehen bleibt. Deshalb steht auf der Hälfte der Karten, wann du isst, nicht nur was.
Warum deine Uhr so steht und was die Zahlen bedeuten, erklären die nächsten drei Abschnitte. Speichere die Seite und mach den Check in vier Wochen noch einmal.
So bringst du deine Uhr wieder in den Takt.
Licht zuerst, dann Bewegung, Essen und Wärme.
Die zentrale Uhr sitzt im Hypothalamus, in einem Kern von etwa 20.000 Nervenzellen. Sie läuft bei den meisten Menschen auf einer Periode von 24 Stunden und 11 Minuten und würde ohne Abgleich jeden Tag ein Stück nach hinten rutschen (Czeisler et al., 1999). Den Abgleich holt sie sich über die Augen, und zwar durch Lichtrezeptoren, die mit dem Sehen nichts zu tun haben. Sie messen nur Helligkeit und melden sie an die Uhr. Deshalb wirkt Licht auch bei geschlossenen Augen, und deshalb reicht die Standby-Lampe am Fernseher aus, um in einem sonst dunklen Schlafzimmer die Melatoninausschüttung zu dämpfen.
Die Richtung der Korrektur hängt von der Tageszeit ab. Licht am Morgen stellt die Uhr vor, Licht am Abend stellt sie zurück. Morgens im Dunkeln zur Arbeit und abends unter Lampen, das stellt sie jeden Tag ein Stück weiter nach hinten. Das ist der Grund, warum viele Erwachsene abends nicht müde werden und morgens nicht wach.
Licht ist der stärkste Zeitgeber, aber nicht der einzige. Sport verschiebt die Uhr ebenfalls, morgens nach vorn, spätabends nach hinten. Mahlzeiten stellen die Uhren in Leber und Darm. Und die Körpertemperatur muss abends fallen, damit der Schlaf einsetzt. Später Sport, spätes Essen oder Aufregung am Abend halten den Körper in Bereitschaft, und die Uhr wartet.

Warum Regelmäßigkeit mehr zählt als Dauer
Zwei Drittel der Erwachsenen in der Münchner Chronotyp-Datenbank haben mindestens eine Stunde sozialen Jetlag. Der Körper erlebt das wie eine Zeitzone pro Woche, hin am Freitag, zurück am Montag.
Das heißt nicht, dass du am Wochenende nicht ausschlafen darfst. Es heißt, dass die Aufstehzeit der Anker ist. Bleibt sie an sieben Tagen in einem Fenster von einer Stunde, hat die Uhr einen festen Punkt, an dem sich alles andere ausrichtet.
Warum Wissen hier nicht reicht
Bei den Rückmeldungen eben hast du vermutlich öfter gedacht, das wusste ich. Trotzdem stand bei einigen Fragen die dritte Antwort. Wissen ist da, es fehlt im Moment, in dem es gebraucht wird. Um 22 Uhr auf dem Sofa mit dem Handy in der Hand denkt niemand an eine Studie.
Die Gewohnheitsforschung ist an dieser Stelle eindeutig. Rund 43 Prozent des Alltagsverhaltens läuft fast täglich am selben Ort ab und wird stärker von der Umgebung ausgelöst als vom Vorsatz. Ein Gegenstand, der sichtbar am richtigen Ort liegt, erhöht die Umsetzung messbar. Deshalb liegen die Mikrohacks als Karten auf dem Nachttisch. Ein Artikel im Browser liegt dort nicht. Warum gute Vorsätze trotzdem fast immer abends scheitern, steht im Ratgeber dazu.

Mikrohacks Schlaf & Ernährungsgewohnheiten
200+ Mikrohacks zu Licht, Schlafzeiten, Koffein, Essenszeiten, Abendroutine und Einschlafen auf 42 Karten, beidseitig bedruckt. Nach Wirkung sortiert, du fängst oben an.
Dann nimm den Schritt aus deinem Ergebnis und halte ihn sieben Tage durch. Trag jeden Morgen drei Dinge ein, das reicht, um ein Muster zu sehen. Die Tabelle kannst du abfotografieren oder abschreiben.
| Tag | Ins Bett | Aufgestanden | Energie 1 bis 5 |
|---|---|---|---|
| Mo | __:__ | __:__ | _ |
| Di | __:__ | __:__ | _ |
| Mi | __:__ | __:__ | _ |
| Do | __:__ | __:__ | _ |
| Fr | __:__ | __:__ | _ |
| Sa | __:__ | __:__ | _ |
| So | __:__ | __:__ | _ |
Das Deck nimmt dir danach das tägliche Überlegen ab, weil die passende Karte dort liegt, wo du sie brauchst.
Noch Fragen?
Wie zuverlässig ist dieser Check?
Kann ich meinen Chronotyp ändern?
Was, wenn das Deck nichts für mich ist?
Alle Quellen dieses Beitrags
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Der Check ersetzt keine ärztliche Beratung. Deine Angaben bleiben auf deinem Gerät und werden nicht übertragen.
Die Kartendecks habe ich selbst entwickelt, weil ich so etwas gebraucht hätte, als ich völlig erschöpft war. Heute geht es mir wieder sehr gut. Die Schritte hier helfen dir auch ohne Deck, mit den Karten auf dem Nachttisch fällt es nur leichter, sie Abend für Abend zu machen. · Simon